Bau Dir eigene Bretter! Die Hamburger Ski- und Snowboard-Werkstatt CRAFTSKI & BOARDS

Wie jetzt, Ski und Snowboards in Hamburg bauen? Um uns rum ist doch nur plattes Land. Stimmt, aber die Fischköppe lieben Wintersport und selber bauen macht Spaß. Bei Steffen von Craftski & Boards kann man Bretter aller Art herstellen und dann ab auf die Piste!

Winter, Schnee, Berge runterrutschen! Aber wer will schon abgenudelte Leihski mieten, die tierisch teuer sind und wie Schmirgelpapier am Schnee kleben bleiben? Wir schlagen vor: Einfach mal selber bauen. Das ist gar nicht so schwer und schon nach zwei Tagen hast Du ganz persönliche Ski oder ein Snowboard – auf Deinen Körper und Dein Fahrkönnen angepasst und nach Deinem Geschmack gezimmert.

Bei Steffens Workshops kann jeder mitmachen. In einem Vorgespräch klopft er erstmal die Wünsche ab: „Neben Größe und Gewicht des Fahrers ist der Einsatzzweck wichtig. Wofür sollen Ski oder Board eingesetzt werden? Tiefschnee, Piste, Slalom?“ Er bereitet dann den Holzkern vor, der anschließend im Workshop zum Ski oder Snowboard wird.

craftmag_craftski_gruppe Steffen Heycke erklärt die nächsten Schritte.

Holzoptik, bestimmte Farben, ein eigenes Logo oder die Lieblingsband? Alles möglich.

Das Spannende am Selbermachen: Im Design der Bretter sind der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Holzoptik, bestimmte Farben, ein eigenes Logo oder die Lieblingsband? Alles möglich. Auch für ausgefallene Formen ist Steffen offen: „Da gibt’s keine Einschränkung bis zur Länge von ca. 2,20m. Wir können Sachen machen, die es so nicht zu kaufen gibt.“ Für Profis gibt’s außerdem Besonderheiten wie Gewindeinserts für Telemark-Bindungen. Dank des metrischen Gewindes können Edelstahlschrauben verwendet werden, die eine Ewigkeit halten.

Am Ende werden die Bretter über Nacht gebacken – ja, man backt Ski – und sie können am nächsten Tag bereits eingesetzt werden. Die Kosten decken sich übrigens mit dem Preis vergleichbar guter gekaufter Ski.

craftmag_craftski_farben Holz, Farbe oder Motive? Lass Deiner Kreativität freien Lauf.

Und wie kommt man dazu, ausgerechnet im platten Norden Geräte für den Bergsport herzustellen? So abwegig sei das gar nicht, erklärt Steffen: „In Hamburg gibt’s eine Menge Ski- und Schneeverrückte. Wir haben hier doch sogar Skiferien.“ Stimmt – Zeitungen erzählen nur zu gern davon, dass die Fischköppe kurioserweise bevorzugt Pisten bevölkern: Jeder 7. Hansestadt-Bewohner würde in den Skiurlaub fahren und es gäbe mehr aktive Skifahrer als in jeder anderen Stadt Deutschlands. Also doch nicht so weit hergeholt, der Gedanke.

Steffen selber ist das beste Bergsportler-Beispiel. Er steht schon sein ganzes Leben auf Ski, arbeitet teilweise als Übungsleiter. Und irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem er beruflich dringend eine Veränderung brauchte. Er verantwortete deutschlandweit Produkttests für Konsumgüter: „Grob geschätzt wäre ich in den nächsten ein bis zwei Jahren in eine heftige Belastungsdepression gerutscht.“ Dem kam er einfach zuvor und machte sich mit seinem Hobby selbstständig.

Selbstständigkeit? Nur mit bezahlbaren Räumen

Durch Zufall lernte er auf der Piste Skifahrer aus Süddeutschland kennen, die sich ihre eigenen Bretter gebaut hatten. Er hospitierte in ihren Workshops bei Build 2 ride und dem Skibaumarkt, lernte technische Kniffe und entwickelte sie zu seinem Stil weiter. Mit den Anbietern dort bildet er auch eine Einkaufskooperation: „Die Materialien sind in so kleinen Mengen sonst schwer zu kriegen“. Konkurrenten sind sie durch die räumliche Entfernung nicht.

craftmag_craftski_flexen Gearbeitet wird in Teams – hier sind schon Freundschaften entstanden.

Den Entschluss zur Selbstständigkeit machte er schließlich von dem Finden bezahlbarer Räume abhängig: „Das war ein großer Bauchschmerz von mir“. Doch in Hamburg-Eidelstedt landet er einen Zufallstreffer. Die Werkstatt einer alten Polsterei konnte er perfekt für seine Bedürfnisse umbauen. Sogar eine kleine geschlossene Kammer gibt es, die er als Ofen zum Backen seiner Ski umfunktionierte. Außerdem darf er die Maschinen der Werkstatt darunter mitnutzen und hilft ihnen dafür mit Werbematerial – solche Handwerkergemeinschaften sind unfassbar wertvoll, gerade zum Start des eigenen Geschäftes.

Seine Workshops kommen gut an. Die Teilnehmer arbeiten gemeinsam an den Ski und gehen glücklich mit einem ganz individuellen Paar nach Hause. Und im Sommer? Kein Ding. Long-, Kite-, Skateboards – alle Bretter können bei Craftski hergestellt werden, kein Schnee notwendig. Auf neuen Workshop-Ideen kaut Steffen bereits herum: „Im Sommer werden wir definitiv Wassersportprodukte in den Workshops bauen, insbesondere Stand-Up-Paddeling Boards. Und ich überlege, einen Instrumentenbau-Kurs anzubieten“.

craftmag_herobild_ofen Und am Ende ab in den Ofen – über Nacht werden die Ski und Boards gebacken.

Und im Sommer? Long-, Kite-, Skateboards, Stand-Up-Paddeling Board…

Kein Rollbrett- oder Pisten-Fanatiker? Auch wer sich schon etwas beim Holzwerken auskennt und eine andere Projektidee hat, ist in der Craftski-Werkstatt willkommen: „Es gibt bei den Materialien eine Menge Einsatzfelder: Du kannst hier freie Formen für den Modellbau herstellen. Oder wenn Du Möbel produzieren willst, eignen sich Glasfaserverstärkungen für die Herstellung dünner und sehr belastbarer Bauteile, beispielsweise für Sitzflächen.“ Letztens hatte er einen Handwerker in der Werkstatt, der hochwertige Schlitten hergestellt hat. Auch das geht. Wir sind schon gespannt auf die nächsten Projekte in der Craftski-Werkstatt.

Hast Du Lust an einem von Steffens Workshops teilzunehmen? Möchtest Du Dich direkt mit einer Gruppe von Freunden in die Werkstatt einmieten und Bretter bauen? Oder hast Du eine ganz andere Projektidee, für die Du auf Steffens Ofen oder seine Materialien zurückgreifen könntest? Bei Craftski und anderen Holzwerkstätten kannst Du Dich über CRAFTSPACE einmieten.  


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